Überblick

Ab wann gilt eine Wunde als chronisch? Welche Merkmale hat diese Wundart und vor allem: Wie wird eine chronische Wunde behandelt? Wir erklären Ihnen, was im Falle einer nicht heilenden Wunde zu tun ist und wo die möglichen Ursachen liegen.
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Was ist eine chronische Wunde?

Als chronische Wunden gelten solche Wunden, die in einem Zeitraum von vier bis zwölf Wochen nicht oder nicht vollständig heilen, obwohl sie fachgerecht versorgt wurden. Der Prozess der Wundheilung kann sich in diesen Fällen insgesamt über Monate oder Jahre ziehen. Meist liegt eine Grunderkrankung des Körpers vor, die auch eine die normale Wundheilung beeinträchtigt und somit den Wundverschluss verhindert. Für Betroffene ist neben Schmerzen und körperlichen Einschränkungen auch die psychische Belastung groß.

Woran erkennt der Arzt eine chronische Wunde?

Eine chronische Wunde erkennt der Arzt an bestimmten Merkmalen, die bei der Hautverletzung auftreten:

 

  • Gelbliche, schmierige und/oder schwarze Beläge
  • Unangenehmer Wundgeruch
  • Schmerzende und geschwollene Wundumgebung
  • Nässende Wunde
  • Zusätzliche Besiedlung der Wunde mit Krankheitserregern
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    Zur Diagnosestellung hat die Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW e.V.) die ABCDE-Regel zur Diagnostik für chirurgische Wunden für medizinisches Fachpersonal aufgestellt. Mithilfe dieser Faktoren wird geprüft, ob eine chronische Wunde vorliegt:

     

  • Anamnese: Die Befragung des Patienten oder den Pflegenden zu den Symptomen.
  • Bakterien: Es wird geprüft, ob die Wunde z. B. von multiresistenten Erregern befallen ist.
  • Clinical examination (Klinische Untersuchung): Dabei wird die Wunde selbst beurteilt. Wo befindet sie sich? Wie groß und in welchem Zustand ist die Wunde und wie sind die Wundränder beschaffen?
  • Durchblutung: Untersuchung der Venen und Arterien, um die Durchblutung in der Wundumgebung zu überprüfen.
  • Extras: Weitere Untersuchungen kommen zum Einsatz, wenn mithilfe der vorherigen Methoden keine eindeutige Ursache für die chronische Wunde gefunden werden konnten.

  • Wer unter einer chronischen Wunde leidet oder eine Person mit chronischen Wunden pflegt, sollte die Hautverletzung genau beobachten und auf Anzeichen einer Wundinfektion achten. Dazu gehören: Rötung, Schwellung, starke Schmerzen, Eiterbildung, Geruch, Fieber und Schüttelfrost. Treten eines oder mehrere dieser Symptome auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt kontaktieren. Außerdem sollten neu auftretende Wunden ebenfalls dem behandelnden Arzt gemeldet werden.

    Welche Ursachen für eine chronische Wunde gibt es?

    Bei chronischen Wunden sind meist Grunderkrankungen des Körpers ursächlich. Das können beispielsweise Erkrankungen der Venen wie die chronisch venöse Insuffizienz (CVI), Druckgeschwüre oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus sein.

    Als Folge dieser Grunderkrankungen kommt es zu Durchblutungsstörungen, die dann zu chronischen Wunden führen. Zu den Faktoren, welche die Entwicklung einer chronischen Wunde auslösen können, gehören eine andauernde Entzündungsreaktion sowie eine Beeinträchtigung der Mikrozirkulation, also der ausreichenden Durchblutung des Gewebes.

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    Häufige chronische Wunden

    Zu den häufigsten chronischen Wunden gehören:

     

  • Ulzera: Als Ulkus bezeichnet man eine Hautschädigung, die in tiefere Hautschichten hinein reicht – bis in die Dermis oder in noch tieferliegende Schichten. Ursächlich sind z. B. eine Infektion, Immunreaktionen oder Gefäßerkrankungen. So verursacht die chronisch venöse Insuffizienz (CVI) das sogenannte offene Bein (Ulcus cruris venosum), das am Unterschenkel auftritt. Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) behindern verstopfte Arterien eine ausreichende Versorgung des Gewebes.

     

  • Druckgeschwür (Dekubitus): Wird auch Wundliegegeschwür genannt, da speziell bettlägerige Menschen betroffen sind. Das Geschwür entsteht durch konstanten Druck auf das Gewebe.

     

  • Diabetischer Fuß: Ist eine Folgeerkrankung von Diabetes mellitus und äußert sich in Form von einer nicht heilenden Verletzung am Fuß. Bei dieser Erkrankung spielen zwei Faktoren eine Rolle: reduzierte Schmerzwahrnehmung und schlechte Durchblutung. Durch die verminderte Wahrnehmung von Schmerzen bemerken Patienten mit Diabetes eine Verletzung oft erst spät und versorgen sie nicht rechtzeitig adäquat. Oft ist das bei Wunden an den Füßen der Fall. Die schlechte Durchblutung sorgt für erschwerte Bedingungen bei der Wundheilung.

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    Wie wird eine chronische Wunde behandelt?

    Chronische Wunden müssen immer von medizinischem Fachpersonal behandelt werden. Bei der Therapie einer chronischen Wunde steht die Behandlung der verursachenden Erkrankung durch einen Arzt im Vordergrund. Man spricht hier von einer kausalen Therapie. Am Beginn der kausalen Behandlung einer chronischen Wunde steht die Diagnose der zugrundeliegenden Primärerkrankung und die Art der Wunde.

    Im Rahmen einer professionellen Wundversorgung wird die Wunde zunächst beurteilt. Anschließend erfolgt eine professionelle Wundreinigung (Wunddebridement) - abgestorbenes Gewebe und Wundbeläge werden von einem Arzt abgetragen und auch mögliche Fremdkörper werden aus der Wunde entfernt. Die weitere Wundversorgung erfolgt dann mit Produkten der phasengerechten sogenannten idealfeuchten Wundversorgung, die zur individuellen Wundsituation passen.

    Wenn sich die Wunde trotz Behandlung über längere Zeit nicht schließt, können weitere spezielle Verfahren zum Einsatz kommen. Dazu gehören die Vakuumversiegelung der Wunde (Steigerung der Durchblutung und Absaugen von Flüssigkeit), die Ultraschalltherapie (Behandlung mit Schallwellen), die Hyberbare Sauerstofftherapie oder auch Hauttransplantationen.

    Oft werden die Patienten in speziellen Wundzentren behandelt. Dort wird der Ursache für die gestörte Wundheilung auf den Grund gegangen und ein Therapieplan erstellt. Neben der Wundversorgung ist auch die Beobachtung der Wunde ein entscheidender Faktor des Wundmanagements bei chronischen Wunden.

    Ziel sollte es immer sein, die Wundheilung zu unterstützen und ein erneutes Auftreten chronischer Wunden zu verhindern. Zudem soll durch die Behandlung die Lebensqualität des Patienten verbessert werden.

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    Wie kann man chronischen Wunden vorbeugen?

    Wenn Grunderkrankungen des Körpers vorliegen, steht die Behandlung der verursachenden Erkrankung durch einen Arzt im Vordergrund. Außerdem ist die Eigenverantwortung der Betroffenen wichtig, um (schlecht heilenden) Wunden vorzubeugen. So sollten Diabetiker darauf achten, dass ihr Blutzucker richtig eingestellt ist und eine optimale Fußpflege durchführen. Wichtig ist auch, dass sie gut passende Schuhe tragen. Eine entsprechende Schulung und weitere Unterstützung erhalten Diabetiker im Rahmen ihres Behandlungsplans.

     

    Wer aufgrund einer Erkrankung ein erhöhtes Risiko für chronische Wunden hat, sollte außerdem diese Punkte beachten:


  • Beachten Sie die Anweisungen Ihres Arztes zur geeigneten Wundversorgung  auch bei kleinen Alltagsverletzungen.
  • Halten Sie sich an die Empfehlungen Ihres Arztes, wenn es um die Einnahme von Medikamenten oder weitere Maßnahmen geht, die die Behandlung Ihrer Grunderkrankung betreffen. Bei Venenschwäche können z.B. Kompressionsstrümpfe sinnvoll sein.
  • Beobachten Sie Veränderungen an Ihrem Körper (Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, kleine Verletzungen) und teilen diese Ihrem Arzt frühestmöglich mit.
  • Nutzen Sie beim Duschen und Baden kein zu heißes Wasser und trocknen Sie die Haut sanft ab, um keine Verletzungen zu verursachen und die Haut nicht zu reizen.
  • Bewegen Sie sich, wenn möglich. Sport und Bewegung fördern die Durchblutung des Körpers und stärken das Immunsystem.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, damit Ihrem Körper alle Nährstoffe und Vitamine für den Wundheilungsprozess zur Verfügung stehen.

  • Konsultieren Sie einen Arzt, wenn es sich um eine tiefe Wunde handelt, die Wunde stark blutet oder Sie Anzeichen einer Infektion bemerken, wie z. B. Rötung, Schwellung, Schmerzen oder Überwärmung. Suchen Sie ebenfalls einen Arzt auf, wenn Sie nicht in der Lage sind, die Wunde selber zu reinigen oder Fremdkörper aus der Wunde entfernen zu können. Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass zwar alle o. g. Tipps und Ratschläge mit Sorgfalt zusammengestellt wurden, aber keineswegs medizinische Beratung und Behandlung ersetzen können. Lesen Sie bitte immer die Anwendungshinweise bzw. Packungsbeilagen unserer Produkte sorgfältig durch. Wichtig: Wenden Sie sich bei Fragen zur Wundbehandlung an medizinisches Fachpersonal. Die Informationen dieser Website sind nicht als Grundlage für Selbst-Diagnose, Behandlung und Medikation gedacht. Sollten Sie ein gesundheitliches Problem haben oder vermuten, suchen Sie einen Arzt auf und folgen Sie seinem Rat unabhängig von den Informationen, die Sie auf dieser Webseite erhalten haben.

    Zu weiteren Informationen über Hansaplast Produkte steht Ihnen die Hansaplast Hotline gerne unter 040/4909 7570 zur Verfügung. (Es fallen Festnetzgebühren nach dem Tarif Ihres Telefonanbieters an.)

     

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