Kind stürzt mit Spielzeugroller
Unfallgefahren für Kinder – und wie man richtig handelt
Wir haben einige typische Unfall-Szenarien für Sie zur Information und Sensibilisierung zusammengestellt.

Die Welt ist spannend und Kinder wollen sie mit all ihren Sinnen entdecken. Wir Erwachsenen motivieren und unterstützen dabei gern – und geben Acht, dass Gefahren und heikle Situationen überschaubar bleiben. Doch Kinder entwickeln sich schnell – was gestern viel zu weit, zu hoch oder zu abwegig war, steht plötzlich auf Platz eins der Liste für kleine Entdecker.

Wenn Sie Vorsicht walten lassen und die Grundregeln zur Unfallvermeidung berücksichtigen, ist schon viel gewonnen.

Wenn unsere jungen Helden doch mal mit kleinen Blessuren nach Hause kommen sind wir mit Trost- und Heftpflaster zur Stelle.

Darüber hinaus sollten Erwachsene aber bestenfalls immer echte Notfälle sofort erkennen und einschätzen können, wann Verletzungen ernsthaft oder gar lebensbedrohlich sind und wann und wie Erste Hilfe zu leisten ist. Zudem sollte nach jeder Ersten-Hilfe-Maßnahme eine anschließende ärztliche Versorgung stattfinden. 


Typische Unfallursachen und Verletzungen bei Kindern

Klassische Verletzungsursachen bei Kindern sind Stürze aus Etagenbett-Höhe, von Klettergeräten oder auch ebenerdiges Stolpern und Fallen sowie Kollisionen mit Hindernissen. Daraus resultieren typischerweise Prellungen sowie Schürf- und Platzwunden, im schlimmsten Fall auch ernsthafte Verletzungen und Knochenbrüche. Der Sturz aus dem Etagenbett gehört bei Kindern zu den häufigsten Ursachen für eine Gehirnerschütterung oder ein Schädel-Hirn-Trauma und bedarf immer umgehend der ärztlichen Abklärung!

Auch Hitzequellen wie Herd, Wasserkocher oder Bügeleisen im Haushalt bergen große Unfallrisiken. Verbrennungen sind typische – aber vermeidbare – Verletzungsformen für Kleinkinder im Haushalt.
Kind zieht Topf vom Herd
So weit sollte es gar nicht erst kommen.
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Häufige Unfall- und Notfallsituationen und erste Maßnahmen

Blutende Wunden

Bei Kleinkindern sind die Gefahren durch Blutverlust viel größer als bei Erwachsenen. Das gilt sowohl beim Schock als auch für faktisches Verbluten. So kann eine länger anhaltende stärkere Blutung nicht nur bei einem Kind schnell eine kritische Gefahrensituation darstellen. Deshalb steht bei starken Blutungen an erster Stelle: Blutung stillen!

Das gelingt meist durch Druck von außen. An den Gliedmaßen können Druckverbände angelegt werden. Hierzu legt man zunächst eine Wundauflage auf die Wunde und befestigt diese mit 2 bis 3 Bindengängen einer Mullbinde um den Arm bzw. das Bein. Nun wird ein Druckpolster auf den abgedeckten Wundbereich gelegt und mit weiteren Bindengängen gut befestigt. Verbundene Körperteile sollten zusätzlich hochgelagert werden.

Kleinere Verletzungen mit geringer Blutung können mit einem Wundschnellverband (Pflaster) versorgt werden.

Nasenbluten

Nasenbluten kommt bei Kindern häufiger vor. Besonders wenn Äderchen im äußeren Bereich der Nasenschleimhaut liegen, kann es durch Schnupfen, Naseputzen oder auch Nasebohren zu Nasenbluten kommen. In den meisten Fällen ist die Blutung eher gering und harmlos.

So geht’s: Fordern Sie das Kind auf, sich hinzusetzen und leicht nach vorn zu neigen. Dabei ein Tuch unter die Nase halten. Um die Blutung zu stoppen, eine kalte Kompresse oder ein nasses, kaltes Tuch auf den Nacken legen.
Kind mit Nasenbluten
Nasenbluten: meistens nicht so schlimm.

Sport- & Spielverletzungen

Der Bewegungsdrang von Kindern ist die größte Herausforderung für ihren Bewegungsapparat. Weil Bewegungsabläufe erst gelernt werden wollen und Muskeln, Knochen und Körper noch in der Entwicklung stecken, sind Stürze bei Sport & Spiel etwas ganz Normales. Damit daraus kein Beinbruch wird – oder Schlimmeres – schützen Sie Ihre Kinder. Helme, Protektoren und liebevolle Aufklärung leisten wertvolle Dienste. Und wenn es doch zum Notfall kommt: Erste Hilfe leisten und je nach Schwere direkt Notarzt anfordern oder in leichteren Fällen für anschließende ärztliche Abklärung sorgen.

Gut zu wissen: Die P.E.C.H.-Regel (steht für: PAUSE – EIS – COMPRESSION - HOCHLAGERN) gilt bei Zerrungen, leichten Prellungen, schmerzender Muskulatur sowie Bewegungseinschränkungen nach Verletzungen.

Hier die Grundlagen:
Zunächst ruhig stellen um weitere Schäden zu vermeiden. Kühlen um Schmerzen zu lindern und Blutungen im verletzten Gewebe zu reduzieren. Ein stabilisierender Kompressionsverband kann leichte Schwellungen verhindern und Schmerzen reduzieren. Genau wie das anschließende Hochlagern des betroffenen Körperteils.

Kind mit Fahradhelm
Ein Fahrradhelm schont den Kopf und die Nerven.

Brand- und Brühwunden

Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt in die Nähe aktiver Hitzequellen wie Herd, Grill, Feuerstelle etc. gelangen. Mögliche Verbrennungen und Verbrühungen sind äußerst schmerzhaft und wirken sich auf den gesamten Organismus aus. Die hohen Temperaturen fügen der Haut und dem tiefer liegenden Gewebe schwere Schäden zu. Größere Verbrennungen stellen gerade bei Kindern eine ernste Notfallsituation dar. Sie erfordern umgehend Erstversorgung und ärztliche Begutachtung. Bei großflächigen Verbrennungen ist auf Kühlung zu verzichten, da die Wärmeregulierung des Körpers eingeschränkt ist, was zu einer ungewollten Unterkühlung führen kann.
Das hilft: Leichte, kleine Brandwunden unter fließendem Wasser kühlen und dann mit einem sterilen, nicht klebenden Wundverband sanft abdecken. Zu langes Kühlen unter fließendem Wasser kann das Gewebe der verletzten Haut beschädigen. Bei größeren Brandverletzungen immer den Notarzt rufen.

Vorbeugende Maßnahmen:
  • Beaufsichtigen Sie ihr Kind in der Nähe von offenem Feuer (z.B. Kerze, Kamin, Grill).
  • Gehen Sie besonnen mit Feuer um, seien Sie Ihrem Kind ein Vorbild.
  • Erklären Sie Ihrem Kind frühzeitig die Gefahren im Umgang mit Feuer.
  • Nichts Heißes essen oder trinken, solange ihr Kind auf ihrem Schoß sitzt.
  • Gefäße mit heißen Flüssigkeiten – auch Wasserkocher, Kochtöpfe auf dem Herd etc. – so platzieren, dass Kinder diese nicht erreichen können.
Brandwunde wird gekühlt
Kleine Brandwunden sollte man sofort kurz kühlen.

Vergiftungen

Unkenntnis und Entdeckungsdrang erhöhen bei Kindern das Risiko einer Vergiftung. Die viele bunten Verpackungen und Flaschen in einem normalen Haushalt stellen schnell unwiderstehliche Erkundungsziele für den experimentierfreudigen Nachwuchs dar.

Die erste Regel lautet deshalb: Bewahren Sie Giftstoffe – Chemikalien, Reinigungsmittel, Farben, Arzneien usw. –  immer außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Und niemals in Getränkeflaschen umfüllen!

Bei Vergiftungsverdacht
rufen Sie die Giftnotrufzentrale an oder den Rettungsdienst und befolgen deren Anweisungen.

Stromschlag

Kinder können die Gefahr, die von elektrischem Strom ausgeht, nicht einschätzen. Charakteristisch für einen Stromunfall ist, dass der Körper des Betroffenen in einen Stromkreis einbezogen wird.

Defekte elektrische Geräte und ungeschützte Steckdosen sind hierfür die Hauptursachen. Damit die kindlichen Abenteuer nicht an falscher Stelle spannend werden, sollten Geräte kinderfreundlich instand gehalten werden und Steckdosen gesichert sein.

Sollte jemand in einen Stromkreis geraten, sofort Strom aus! Soweit möglich, schalten Sie über den Sicherungskasten den Strom ab. Falls kein sofortiger Zugriff auf den Sicherungskasten möglich ist, trennen Sie die betroffene Person mit isolierenden Materialien, wie z. B. Kleidungsstücken oder Decken von der Stromquelle.

Kind spielt an Steckdose
Spannende Frage: Ist eine Kindersicherung drin?

Verletzungen und Verätzungen am Auge

Für Augenverletzungen bei Kleinkindern gibt es ganz typische Beispiele: eine Kollision mit einer Möbelkante zum Beispiel oder ein unglücklicher Sturz auf den Staubsauger. Oder auch Kontakt mit Chemikalien wie  z. B. Säuren. Bei dieser Art von Verletzungen handelt es sich immer um Notfälle, bei denen spätestens nach der Erstversorgung ein Arzt hinzugezogen werden muss.

Bei einem Schlag auf das Auge, bedecken Sie das Auge mit einer kühlen Kompresse, ohne dabei Druck auf das Auge auszuüben.

Bei Kontakt mit Chemikalien spülen Sie das Auge mit viel Wasser in einer Entfernung von 10 cm vom inneren Augenwinkel nach außen, decken es anschließend mit einem sterilen Verband ab und konsultieren umgehend einen Arzt.
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Gefahren im Voraus erkennen und mindern

Vorbeugen ist besser als heilen. Besonders Kleinkinder bis ca. 4 Jahre können Risiken und Unfallgefahren noch nicht einordnen oder abschätzen. Umso wichtiger ist es, potenzielle Gefahren vorab zu erkennen und zu mindern.
Sind Herd, Spülmaschine, Treppen und Steckdosen gesichert? Sind Stromkabel sicher verlegt? Sind Medikamente sowie Chemikalien, Kosmetika, Putzmittel unzugänglich aufbewahrt? Sind Gartenteich, Swimmingpool, Regentonne etc. abgedeckt?  

Im Handel gibt es viele geprüfte Hilfsmittel, die Ihren Haushalt „kindersicher“ machen. Bei Bedarf sorgen Sie für Treppengitter, Ecken-, Schubladen-, Fenster- und Türschutz, sicherheitsgeprüftes Spielzeug, kippsichere Kinderzimmermöbel usw.

Darüber hinaus macht es Sinn, den Umgang mit Klebstiften, Bastelscheren, Kinderwerkzeug etc. zeitig zu üben anstatt zu verbieten. Unter Anleitung versteht sich. Genau so ist es bei sportlichen Aktivitäten wie Radfahren oder Skaten. Auch hier macht Übung den Meister und die richtige Ausrüstung schützt vor Blessuren.
Kindersicherung an Schranktür
So eine Sicherung verhindert geklemmte Finger
Basteln unter Aufsicht
Früh übt sich. Am besten unter Aufsicht!
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Diese Informationen sollen Ihnen einen ersten Eindruck in Sachen Unfallvermeidung und Notfallversorgung beim Umgang mit Kindern geben. Wenn Sie regelmäßig mit Kindern zu tun haben – sei es beruflich oder als Elternteil – stellen Sie sicher, dass Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse immer auf dem neusten Stand sind. Hier geht es zu weiteren Infos und den regionalen Erste-Hilfe-Kursangeboten des DRK.

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass zwar alle o.g. Tipps und Ratschläge mit Sorgfalt zusammengestellt wurden, aber keineswegs medizinische Beratung und Behandlung ersetzen können. Lesen Sie bitte immer die Anwendungshinweise bzw. Packungsbeilagen unserer Produkte sorgfältig durch. Wichtig: Wenden Sie sich bei Fragen zur Wundbehandlung an medizinisches Fachpersonal.

Die Informationen dieser Website sind nicht als Grundlage für Selbst-Diagnose, Behandlung und Medikation gedacht. Sollten Sie ein gesundheitliches Problem haben oder vermuten, suchen Sie auf jeden Fall einen Arzt auf und folgen Sie seinem Rat unabhängig von den Informationen, die Sie auf dieser Webseite erhalten haben.

Zu weiteren Informationen über Hansaplast Produkte steht Ihnen die Hansaplast Hotline gerne unter 040/4909 7570 (Mo.-Fr. 8.00 - 18.00h) zur Verfügung. (Es fallen Festnetzgebühren nach dem Tarif Ihres Telefonanbieters an). Oder schreiben Sie uns eine E-Mail an Hansaplast@Beiersdorf.com.