Feuchte Wundheilung
Wundversorgung
Je nach Art und Größe sowie der jeweiligen Wundheilungsphase gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Versorgung von kleineren Verletzungen:
- die trockene Wundheilung
- die physiologische Wundheilung in einem feuchten Wundmilieu, die so genannte feuchte Wundheilung
Trockene Wundheilung
Das Ziel der traditionellen Wundversorgung mit einem Standardpflaster oder Verbandmull ist die Wunde abzudecken und zu schützen, das überschüssige Wundsekret aufzunehmen und die Wunde trocken zu halten.
Ein wesentliches Merkmal der trockenen Wundheilung ist, dass alle Reparatur- und regenerativen Prozesse unter einer schützenden Kruste, dem Wundschorf, stattfinden. Diese feste Kruste aus geronnenem Blut ist die körpereigene Wundabdeckung, welche die Wunde vor äußeren Einflüssen schützt.

Das Prinzip der feuchten Wundheilung – die moderne Art der Wundversorgung
1962 entstand die Idee der feuchten Wundheilung, als George D. Winter entdeckte, dass Gewebeneubildung (Epithelisation) in einer feuchten Wundumgebung um bis zu 50% schneller stattfinden kann als unter einer trockenen Kruste.
Heute ist das Prinzip der feuchten Wundheilung unter Fachleuten im Professionalbereich allgemein anerkannt und es wurden bereits zahlreiche Produkte zur Versorgung von chronischen Wunden basierend auf dem Prinzip der feuchten Wundheilung entwickelt.

Das Hauptziel der feuchten Wundbehandlung ist es, optimale Bedingungen für Zellwachstum und Wundheilung herzustellen und aufrechtzuerhalten. In einem feuchten Milieu können sich Zellen, die für die Wundheilung erforderlich sind, besser vermehren und wandern. Die Bildung von neuem Gewebe wird optimiert. Für den Zellstoffwechsel, das Zellwachstum und die Versorgung mit Nährstoffen und Vitaminen bietet ein feuchtes Milieu somit optimale Bedingungen für eine schnelle Wundheilung.
Das Wundsekret dient als Transportmedium für eine Vielzahl von bioaktiven Molekülen wie Enzyme, Wachstumsfaktoren und Hormone. Die unterschiedlichen Zellen im Wundbereich kommunizieren über diese Botenstoffe miteinander, um einen koordinierten Heilungsprozess sicherzustellen.
Zudem bietet das Wundsekret den verschiedenen Zellen des Immunsystems ideale Bedingungen, um eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Fremdkörper und nekrotisches Gewebe zu zerstören und das Infektionsrisiko zu verringern.
Darüber hinaus ist bekannt, dass die feuchte Wundheilung der Narbenbildung vorbeugt, da sie den Zellen optimale Bedingungen für einen raschen und problemlosen Wundverschluss ermöglicht.
Wundheilung nach 14 Tagen*


Die Vorteile der feuchten Wundheilung:
- bis zu 50% schnellere Wundheilung.
- geringeres Infektionsrisiko.
- schmerzloses Entfernen des Pflasters, verklebt nicht mit der Wunde.
- beugt Narbenbildung vor, bessere kosmetische Ergebnisse.
*Intraindividueller Vergleich unterschiedlicher Pflaster in einem abrasiven Wundmodell. Beiersdorf AG, Medical Documentation.